Der Havaneser ist ein kleiner, kräftiger, niederläufiger
Hund von leicht rechteckigem Format.
Gewicht: ca. 3,5 bis 7 kg
Widerristhöhe: 21 bis 29 cm
Kopf: Oberkopf ist breit und flach, der Stop mässig ausgeprägt,
Fang verjüngt sich leicht gegen den Nasenschwamm, der Nasenschwamm
muss schwarz sein. Ein vollzahniges Scherengebiss wird erwünscht.
Augen: Groß und dunkelbraun, mandelförmig mit schwarzem
Lidpigment und freundlichem Ausdruck.
Ohren: Hoch angesetzte, relativ spitze Hängeohren.
Gebäude: Die Länge des Körpers übertrifft um Weniges
die Widerristhöhe, gerade Rückenlinie mit abfallender Kruppe,
Rute hoch über dem Rücken getragen, mit langer seidiger
Befederung. Die Brust soll breit und tief sein.
Bewegung: ist beim Havaneser seinem Wesen entsprechend auffällig
leichtfüssig und flink mit gerade nach vorn gerichteten Vorderläufen,
die Hinterläufe sorgen in gerader Linie für den nötigen
Schub.
Haarkleid: Das wollene Unterhaar ist schwach entwickelt, das Deckhaar
ist lang (jedoch nicht bodenlang). Es soll weich sein und glatt oder
leicht gewellt. Sein seidiges Haarkleid verleiht dem Havaneser eine
große Eleganz und aussergewöhnliche Vornehmheit. Der Havaneser
hat keinen saisonbedingten Haarwechsel.
Farben: selten reinweiss oder ganz schwarz, meist beige in allen Schattierungen,
braun, grau, oder weiss mit grossen oder kleinen Abzeichen in den
zuvor genannten Farbtönen.
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Rassestandard des HAVANESER
FCI - Standard Nr. 250/ 11. 05. 1998 / D
HAVANESER (Bichon havanais)
ÜBERSETZUNG : Dr.J.-M. Paschoud und Frau R.Binder.
URSPRUNG : Westliches Mittelmeerbecken; Entwicklung : Kuba. PATRONAT
: F.C.I.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES :
10.
12. 1996.
VERWENDUNG : Gesellschafts- und Begleithund.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 9 Gesellschafts- und Begleithunde.
Sektion 1 Bichons und verwandte Rassen. Ohne Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Diese Rasse stammt aus der westlichen
Mittelmeergegend und hat sich entlang der spanischen und italienischen
Meeresküste entwickelt. Offenbar wurden diese Hunde frühzeitig
durch italienische Überseekapitäne in Kuba eingeführt.
Irrtümlicherweise hat die am häufigsten vorkommende Havanna-Farbe
(tabakfarben) dieser Hunde dazu verleitet, Havanna, die Hauptstadt
von Kuba, als Ursprungsort anzunehmen. Infolge unglücklicher
Umstände sind indessen alle alten Havaneser-Blutlinien in Kuba
ausgestorben; anscheinend konnten jedoch einzelne Hunde aus Kuba herausgeschmuggelt
werden; ihre Nachkommen überleben in den USA.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Der Havaneser ist ein kleiner, kräftiger,
niederläufiger Hund; sein Haar ist lang, üppig, weich und
vorzugsweise gewellt. Sein Gangwerk ist lebhaft und elastisch.
WICHTIGE PROPORTIONEN : Die Länge des Fangs von der Nasenspitze
zum Stop entspricht der Länge des Schädels vom Stop zum
Hinterhauptstachel. Das Verhältnis zwischen der Körperlänge
(gemessen zwischen Buggelenk und Sitzbeinhöcker) und der Widerrist-
Höhe beträgt 4:3.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Speziell aufgeweckt und leicht zum
alarmgebenden Hund zu erziehen; liebevoll und fröhlich, anziehend,
bezaubernd, spielerisch, sogar etwas närrisch. Er liebt Kinder
und spielt unentwegt mit ihnen.
KOPF : Mittelgroß; das Verhältnis der Länge des Kopfes
zur Länge des Rumpfes (vom Widerrist bis zum Rutenansatz gemessen)
beträgt 3:7.
OBERKOPF
Schädel : Flach bis sehr wenig gewölbt, breit; Stirn wenig
ansteigend; von oben gesehen ist der Schädel hinten abgerundet,
an allen anderen Seiten fast gerade und viereckig. Stop : Mässig
ausgeprägt.
GESICHTSSCHÄDEL
Nasenschwamm : Schwarz. Fang : Er verjüngt sich leicht und progressiv
gegen den Nasenschwamm zu; nie spitz oder stumpf. Lefzen : Dünn,
trocken, gut anliegend. Kiefer / Zähne : Scherengebiss. Ein vollständiges
Gebiss ist erwünscht; das Fehlen der PM 1 (Prämolaren 1)
und der M3 (Molaren 3) wird geduldet. Backen : Sehr flach, nicht vorstehend.
Augen : Ziemlich groß, mandelförmig, so dunkelbraun wie möglich.
Ausdruck freundlich. Die Umrandung des Auges soll dunkelbraun bis
schwarz sein. Ohren : Relativ hoch angesetzt; sie fallen längs
der Backen und bilden eine unauffällige Falte, die sie leicht
anhebt; sie laufen wenig spitz aus; sie sind von langen Fransen besetzt.
Weder windmühlenartig abstehend noch dicht an den Backen anliegend.
HALS : Von mittlerer Länge.
KÖRPER : Die Länge des Körpers übertrifft um
weniges die Widerristhöhe. Oberlinie : Gerade, über den
Lenden leicht gewölbt. Kruppe : Gut abfallend. Rippen : Gut gewölbt.
Untere Profillinie und Bauch : Gut aufgezogen.
RUTE : Hoch getragen, entweder in Form eines Krummstabs oder, vorzugsweise,
über dem Rücken gerollt; die Befederung ist lang und seidig.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND : Vorderläufe gerade und parallel, trocken; gute Knochenstruktur.
Der Abstand vom Boden bis zum Ellenbogen soll denjenigen zwischen
Ellenbogen und Widerrist nicht übertreffen.
HINTERHAND : Gute Knochenstruktur; mässige Winkelung.
PFOTEN : Leicht länglich in ihrer Form, klein; Zehen eng aneinander-
liegend.
GANGWERK : Der Bewegungsablauf beim Havaneser ist seinem fröhlichen
Wesen entsprechend auffällig leichtfüssig und elastisch.
Die gerade nach vorne gerichteten Vorderläufe bewegen sich frei,
während die Hinterläufe in gerader Linie für den nötigen
Schub sorgen.
HAARKLEID
HAAR : Das wollene Unterhaar ist schwach entwickelt, oft ganz fehlend.
Das Deckhaar ist sehr lang (12 - 18 cm bei einem erwachsenen Hund),
weich, glatt oder gewellt und kann lockige Strähnen bilden. Jedwede
Zurechtmachung, jedes Ausgleichen der Länge der Haare mit der
Schere und jede Art von Trimmen sind verboten. Ausnahme : die Säuberung
der Haare an den Pfoten ist zulässig; die Haare auf der Stirne
dürfen leicht gekürzt werden, damit sie die Augen nicht
bedecken; auch die Haare am Fang dürfen leicht gekürzt werden,
aber vorzugsweise belässt man sie in ihrer natürlichen Länge.
FARBE : Es gibt zwei Farbvarietäten. · Selten vollständig
reinweiss, falbfarben in verschiedenen Tönungen von hellfalbfarben
bis havannafarben (tabakfarben, rot-braun); in diesen zulässigen
Farben gefleckt; leicht schwarz gewolkt erlaubt. · Zulässige
Farben und Flecken (weiss, hellfarlbfarben bis havannafarben) mit
schwarzen Flecken, schwarzes Haarkleid.
GRÖSSE : Widerristhöhe : 23 bis 27 cm. Toleranz : von 21
bis 29 cm.
FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler
angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum
Grad der Abweichung stehen sollte.
SCHWERE FEHLER : · Allgemeines Erscheinungsbild atypisch.
· Fang spitz oder stumpf, nicht gleich lang wie der Schädel.
· Raubvogelaugen; Augen zu tief eingesetzt oder vorstehend;
Umrandung der Augen teilweise depigmentiert. · Körper
zu lang oder zu kurz. · Rute gerade, Rute nicht hoch getragen.
· Vorderläufe in " französischem Stand "
(Vorderfusswurzel eng-stehend, Pfoten nach aussen gedreht). ·
Missgebildete Hinterpfoten. · Haar hart, zu wenig üppig;
kurzes Haar ausser bei den Welpen; zurechtgemachtes Haar.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER : · Nasenschwamm depigmentiert. ·
Vorbiss oder Rückbiss. · Entropium, Ectropium; Umrandung
eines oder beider Augen depigmentiert. · Über- oder Untergrösse.